Integration & Inklusion – in der Geckenauer Feuerwehr selbstverständlich

„Reza und Asef ans Strahlrohr ! Helmut und Anja – ihr nehmt die Kellen und regelt den Verkehr !“ Die Kommandos des Feuerwehrkommandanten sind kurz und treffend und werden auch gleich umgesetzt an diesem brütend heißen Sonntagvormittag, an dem Wolfgang Grom eine Übung angesetzt hat. Aber auch er nimmt Rücksicht auf die hohen Temperaturen und seine Wehr. Nach nur einer Stunde ist die Übung zu Ende.  Und gerade auch wegen ihres menschlichen „Feuerwehr-Häuptlings“ fühlen sie sich in der Feuerwehr Geckenau gut aufgehoben und pudelwohl. Egal, ob sie Reza, Asef, Ali, Mohammed oder Shramik heißen und aus Afghanistan oder Nepal kommen. Egal auch, ob sie Anja, Helmut oder Andi gerufen werden und ein Handicap aufweisen. Sie alle gehören zum Team der Geckenauer Wehr, sind in Notfällen für ihre Mitmenschen, aber auch füreinander da.

Es ist eine kunterbunte Truppe, die aktive Mannschaft der Geckenauer Wehr. Die Hälfte von ihnen sind keine Geckenauer. Von den 16 aktiven Feuerwehrleuten kommen vier aus Afghanistan und einer aus Nepal. Drei sind mit einem Handicap belastet. Helmut arbeitet in der Werkstatt der Lebenshilfe in Hohenroth und gehört schon seit 11 Jahren zum festen Bestandteil der Geckenauer Wehr. Unvergesslich sind seine Einsätze im Dress der „Besengau-Löwen“, der Fußballmannschaft der Feuerwehr Geckenau, wo er immer höchstes Engagement an den Tag gelegt hat. Auch seine Freundin Anja ist aus der Wehr nicht mehr wegzudenken. Seit fünf Jahren ist sie dabei und begeistert immer wieder durch ihre mutigen Auftritte als Solosängerin bei den verschiedensten Veranstaltungen. Und der junge Andi gehört schon gefühlt seit „ewigen Zeiten“ dazu. Mit 18 Jahren bereits wurde der heute 27jährige behinderte junge Mann, um den sich Wolfgang Grom von dessen Kindesbeinen an liebevoll kümmert, in der damaligen Dienstversammlung offiziell in die Wehr aufgenommen. Seitdem ist er wie Anja und Helmut auch bei fast allen Aktivitäten der Wehr und des Feuerwehrvereins mit dabei, ob bei Übungen mit Schutzanzug und Helm, bei Festumzügen anlässlich von Feuerwehrjubiläen, beim Maibaumaufstellen oder beim Familienfeuerwehrtag. „Er ist schon lange unser Maskottchen und Kapitän“, so der Kommandant. Alle drei gehören zum „festen Inventar“ der Geckenauer Wehr und sind voll integriert, werden akzeptiert, respektiert und in alle Aktivitäten einbezogen. „Gerade deshalb gefällt es uns bei der Geckenauer Feuerwehr so gut. Alle nehmen uns so, wie wir sind. Wir sind Teil des Teams !“, zeigt sich Anja stolz. Nicht anders geht es den vier Flüchtlingen aus Afghanistan. Die Familie Hosseini fand 2015 ihr Domizil im ehemaligen Bastheimer Rathaus neben dem Kindergarten. Ein Helferkreis kümmerte sich intensiv um das Wohlergehen der Flüchtlinge. Zu den eifrigen Frauen und Männern gehörte auch Regina Waizmann, die die Familie einmal auch zu ihrer Geburtstagsfeier nach Geckenau eingeladen hatte. Dort traf Wolfgang Grom 2017 mit ihnen zusammen. Rasch war der Gedanke, Vater Reza (54 Jahre) und Sohnemann Asef (28 Jahre) in die Freiwillige Feuerwehr Geckenau aufzunehmen, geboren. Nach ihnen trat ein Jahr später auch Sohn Ali (26 Jahre) der Wehr bei. Mit dem ebenfalls in der Familie wohnenden Neffen Mohammed (25 Jahre) wurde dann 2019 das insgesamt vierte Familienmitglied in die Wehr aufgenommen. Ein dickes Lob zollt Grom dem Quartett für sein Engagement: „Alle packen mit an und helfen mit, wo sie können ! Selbst bei unserem Jubiläumsfest waren sie als Helfer hinter den Tresen und Theken eingesetzt,“, stellt er anerkennend fest. Die offene, herzliche Art des langjährigen Chefs der Wehr tut ihr Übriges, so dass noch vorhandene letzte Sprachbarrieren problemlos überwunden wurden. „Es macht viel Freude, unter so einem Kommandanten bei der Feuerwehr dabei zu sein. Es ist so locker und angenehm. Wir lernen viel und kommen mit vielen Menschen zusammen.“, lobt Asef das gute Miteinander. „Wir sind gerne dabei.“ Shramik Lal Ranjit (20 Jahre) ist das „jüngste“ Mitglied in der Multikulti-Feuerwehr. Der sympathische junge Nepalese mit den langen schwarzen Haaren und der bronzefarbenen Haut ist noch etwas zurückhaltend, seine Deutschkenntnisse sind aber schon beachtlich. Er kam vor sieben Monaten  zur Fa. Eneotec nach Bad Neustadt, um sich hier ausbilden zu lassen – und wohnt in Geckenau. Klar, dass ihn Feuerwehr-Kassenwart Peter gleich zum Eintritt in die örtliche Wehr animiert hat. Traditionell per Handschlag wurde er im April in die Geckenauer Feuerwehr aufgenommen. Shramik freut sich, dass er hier so gut integriert und in die Gemeinschaft eingebunden wird. „Ich habe dadurch schon viele Leute kennengelernt.“, stellt er fest. Aber ob er auch nach der dreijährigen Ausbildung in Deutschland bleiben wird, weiß er noch nicht. „Die Verhältnisse hier sind ganz anders. Da muss man sich erst mächtig umgewöhnen.“, räumt er ein und nennt als Beispiel schon das Öffnen einer Tür mit dem Schlüssel, In Nepal dreht man den Schlüssel genau andersherum als in Deutschland. Es ist aber beileibe nicht die einzige Tücke, mit der er es hier zu tun hat.

Der Feuerwehrkommandant ist jedenfalls mächtig stolz auf die auch auf höherer Warte bereits gewürdigte, gelungene Integration und Inklusion in seiner Multikulti-Truppe und betont vor versammelter Mannschaft: „Bei uns kann jeder mitmachen, egal aus welchem Herkunftsland und egal ob mit oder ohne Handicap.  Ihr seid für uns keine Flüchtlinge, keine Ausländer oder behinderte Menschen. Ihr seid unsere Kameraden und gehört einfach zu uns !“

Die Truppe der Geckenauer Feuerwehr 2026
Die Truppe der Geckenauer Feuerwehr 2026

Mehrtagesausflug 2026: Ab an den Bodensee!

Sie ist schon zu einer schönen Tradition geworden: Die alljährliche, mehrtägige Ausflugsfahrt des Feuerwehrvereins Geckenau über Fronleichnam.

In diesem Jahr hatte Vereinsvorsitzender und erfahrener Reiseorganisator Wolfgang Grom den Bodensee zum Ziel erklärt. Und auch heuer stiegen nicht nur Vereinsangehörige, sondern zahlreiche Reiselustige aus der ganzen Umgebung am frühen Morgen in den Bus. Insgesamt 48 Personen zählte die Reisegruppe, die sich auf den Weg gen Süden machte. Zunächst steuerte man Bregenz, die Landeshauptstadt des österreichischen Bundeslandes Vorarlberg an, ehe die Rhöner am Nachmittag in ihrem Feldkircher Hotel ankamen.

Am zweiten Reisetag stand eine Bregenzerwald-Rundfahrt mit Abstecher in Lech und Zürs auf dem Programm. Höhepunkt dabei für viele der Besuch einer Käserei, in der man auch so manches Schmankerl probieren durfte. Am Abend schwangen die Fahrtteilnehmer zu zünftiger Musi das Tanzbein.

Am Vormittag des nächsten Tages kamen nicht nur die Motor- und Technikinteressierten beim Besuch des „Auto- und Traktormuseums“ in Uhlidigen-Mühlhofen auf ihre Kosten. Anschließend ging es weiter nach Friedrichshafen, wo sich viele für einen Stadtbummel, Cafébesuch oder fürs Shopping begeisterten. Bevor am nächsten Nachmittag wieder die Reise zurück in die heimatliche Rhön angetreten wurde, erlebten die Fahrtteilnehmer noch eine entspannte Schifffahrt auf dem Bodensee. Dabei ging es von Bregenz in die ehemalige Reichsstadt Lindau, deren Wahrzeichen – der Leuchtturm und der Löwe am Bodensee-Hafen – wohl jedermann kennt.

Mit schönen Erlebnissen, Begegnungen und Gesprächen im Gepäck sowie bestens versorgt ,kam man nach einem abschließenden Abendessen wieder wohlauf zuhause in Geckenau an.

Überall glückliche Gesichter konnte man beim Bodensee-Ausflug des Feuerwehrvereins Geckenau sehen. Die Fahrtteilnehmer stellten sich bei Birnau mit dem Bodensee im Hintergrund zum Erinnerungsfoto.

„Der Mai ist gekommen“: Maibaumaufstellung 2026

Auch in diesem Jahr kommt der Mai: Wie immer am letzten Aprilabend wurde in der Dorfmitte der prächtig geschmückte Maibaum gemeinsam aufgestellt – im Beisein vieler Geckenauer, die sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollten und auch mit aufmunternden Sprüchen nicht sparten.

Wie in jedem Jahr wurde das Ereignis dann auch wieder ordentlich besungen.

Im Anschluss feierten die Geckenauer das freudige Ereignis bei Bratwurst und einem kühlen Trunk.

Generalversammlung 2026

Eine Verabschiedung, die Begrüßung und Vorstellung von Angehörigen der Kreisfeuerwehrführung, eine Neuaufnahme und eine besondere Ehrung prägten die Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Geckenau.

40 Jahre gehört Detlef Schroll bereits der Wehr an. Von 1994 bis 2006 agierte er als Kommandant. Nun konnte er aus der Hand von Kdt. Wolfgang Grom die Würdigung für sein Engagement im Dienst am Nächsten in Form einer Dankurkunde sowie eines Dorfladen-Gutscheins entgegennehmen.

Detelf Schroll (Mitte) gratulierten (von links): KBI Wawretschka, KBM Rückert, Kdt. Grom, 2. Kdt. Seufert, Bürgermeister Seufert und KBI Weber.

Als Nachfolger des verstorbenen KBI Thomas Graumann, dem zu Beginn ein ehrendes Gedenken gewidmet worden war, stellte sich KBI Manfred Wawretschka aus Nordheim im fast vollbesetzten Feuerwehrheim vor. Er freute sich in seinem Grußwort über die stattliche Anzahl von sieben Geckenauer Mädchen und Jungen, die in der Kinderfeuerwehr aktiv sind, und dort von Steffen Prax und Kai Stangenberg betreut werden. „Das ist super. Bitte weitermachen“, forderte er auf. An die Stelle von Steffen Rückert ist KBM Andreas Weber aus Unsleben gerückt, der in seiner Antrittsrede betonte, dass auch „kleine Wehren besonders wichtig sind“. Mit einem Präsent bedankte sich Wolfgang Grom auch bei KBM Steffen Rückert, der 16 Jahre lang für die Wehr zuständig war.

16 aktive Wehrmänner zählt die örtliche Wehr. Mit Shramik Lal Ranjit nahm Grom einen jungen Nepalesen per Handschlag neu in sein Team auf.

Kommandant Wolfgang Grom nahm den jungen Nepalesen Shamrik Lal Ranjit in die Geckenauer Feuerwehr auf und überreichte ihm ein rotes Feuerwehr-T-Shirt.

Im Anschluss an die Protokollverlesung durch Schriftführer Christian Mutz nannte Wolfgang Grom in seinem Jahresbericht u. a. den Verkehrsunfall an der Bündkreuzung. Er wies auch darauf hin, dass sechs Übungen abgehalten wurden. Für heuer sind auch eine Senioren- und Frauenübung sowie eine gemeinsame Übung mit den Ortsteilwehren des Besengaus vorgesehen. Der Feuerwehrverein plant für dieses Jahr wieder ein Traktortreffen und den traditionellen Familienfeuerwehrtag im August. Im Herbst sollen dann Renovierungsarbeiten im vorderen Gastraum des Feuerwehrheims starten, kündigte Vorsitzender Wolfgang Grom an und forderte zur Mitarbeit auf. Über gesunde Vereinsfinanzen berichtete Kassier Peter Waizmann, dem von den Kassenprüfern Steffen Prax und Christopher Grom eine tadellose Arbeit bescheinigt wurde.